Fraunhofer Talent School Halle (Saale) 20.-22. Oktober 2017

Faunhofer Talent School Halle 2017

Die Fraunhofer Talent School - ein Projekt, um Jugendlichen mit Interessen in Mathematik, Technik und Naturwissenschaften zu zeigen, wie diese Wissenschaften heute angewendet werden. Für die 13 Teilnehmer bedeutet der Besuch der Veranstaltung, von Freitag bis Sonntag nach Halle/Saale zu kommen und an einem täglichen Programm mitzuarbeiten.

Freitag

Gegen 10 Uhr kamen alle Teilnehmer im Fraunhofer-Institut für Mikrostruktur von Werkstoffen und Systemen (IMWS) an und hatten Zeit, neue Kontakte zu knüpfen, sich vorzustellen und auszutauschen. Schüler von der 10. bis 12. Klasse, aus Sachsen-Anhalt, Sachsen und Thüringen waren gekommen, darunter 7 Jungen und 6 Mädchen.
Das Programm begann mit der Vorstellung des Instituts und einem Rundgang, doch das wirklich spannende war der erste gemeinsame Workshop am Nachmittag. Im Pilotanlagezentrum Schkopau haben wir uns drei Stunden mit Polymersynthese beschäftigt. Wir konnten sehen, wie aus geschmolzener Plastik, richtig - Plastik wurde. Nur hatte das keinen Sinn, also wurde blaue Farbe hinzugegeben und es ergab blaue Plastik. Der eigentliche Zweck ist es jedoch, andere Stoffe, wie Glasfasern, beizugeben und die Eigenschaften der Plastik zu modifizieren. So wird diese mit Glasfasern deutlich schwerer zu biegen und zu brechen sein. Weitere Experimente und viele Fragen folgten, nur war die Zeit viel zu schnell vorbei.

Faunhofer Talent School Halle 2017 (Molekularaufname)

Samstag

Der Tag begann mit einem Workshop zum Thema „Wieviel hält ein Bauteil aus?“. Uns wurde die Geschichte des Schraubenschlüssels vorgestellt und erklärt, warum dieser heute so aussieht, wie er aussieht. Natürlich haben wir das mit einem Experiment überprüft. 3D-gedruckte Schraubenschlüssel in unterschiedlichen Formen sollten verschieden stark angezogene Schrauben lösen. Das Exemplar  mit dickem Griff ist als erstes durchgebrochen.  Ein weiterer, sehr flach in der Bauweise, zerbrach zwar nicht, war aber so biegsam, dass er einfach an den festeren Schrauben abrutschte. Das 3D-Modell welches dem heute normalen Schraubenschlüssel nachempfunden war hielt bis 8 Nm.
Der insgesamt dritte Workshop beschäftigte sich mit dem „Blick ins Innere“. Dort wurde uns vom Fachpersonal das Rasterelektronenmikroskop gezeigt und erklärt, wie es möglich ist, mit dem fokussierten Ionenstrahl winzige Löcher zu „bohren“. Fruchtfliegen sind winzige Tiere mit Augen, die wie bei vielen Fliegen aus mehreren Segmenten bestehen. Mit diesem Gerät ist es uns gelungen, eines dieser Segmente aus der Fruchtfliege zu entfernen.
Den Abend beendet ein grandioser Science Slam. Für mich, wie auch die meisten anderen, war es das erste Mal, bei einem Slam dabei zu sein, welcher zum Beispiel auch als Poetry Slam bekannt wurde und aus mehreren unterhaltsamen Vorträgen besteht.

Sonntag

Der letzte Workshop war vor allem etwas für Biologie Interessierte. Ein Vortag zeigte uns, was Proteine in der Forschung und Medizin für eine Bedeutung haben. Danach erstellten wir eine eigene Präsentation, welche den Eltern einen Überblick über unser Wochenende am Fraunhofer IMWS geben sollte.

Lina Teumer

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