Im neuen Musiktheaterstück des Gymnasiums wuchsen die Schüler über sich hinaus
Die Premiere von Shakespeares „Der Widerspenstigen Zähmung“ war ganz großes Theater
Die Handlung ist schnell erzählt – eigentlich ist es die Erwachsenenversion des Grimms-Märchens vom König Drosselbart: ein eingebildetes und unnahbares Weibsstück wird durch einen intelligent-durchtriebenen Mann mit ihren eigenen Waffen nicht nur gezähmt, sondern im wahrsten Sinne des Wortes gezüchtigt und zum Guten bekehrt. Am Ende steht die Erkenntnis der Frau, dass es keinen Sinn hat, sich dem Manne zu widersetzen. In unseren Zeiten politisch also nicht ganz korrekt: die Frau soll dem Manne untertan sein. Aber eigentlich kann man die Handlung auch in den Hintergrund treten lassen, da bei der Vielzahl verschiedener, aber trotzdem immer ähnlich klingender italienischer Namen, deren Träger zu allem Überfluss auch noch Identität, Herkunft und Klamotten wechseln, der Durchblick vollends verloren geht. Dem Vergnügen tat dies keinen Abbruch, denn die Hauptrolle spielten die Darsteller des Stückes: die Tänzer, Sänger, Musiker und ganz besonders die Schauspieler. Was den Zuschauern im ausverkauften Theater von den Schülern geboten wurde, kann mit Fug und Recht als Großes Theater bezeichnet werden. Die Aufzählung der Superlative sprengt den Rahmen des Textes, aber dennoch versuchen wir es. Wo beginnen? Am besten beim Äußeren.

Kostüme: Bis zum letzten Komparsen waren alle Beteiligten einschließlich der Tänzer und Musiker stilecht und üppig kostümiert, am eindrucksvollsten natürlich die Hauptdarsteller. Gleich an zwei Theatern durften wir den Fundus „plündern“: Außer vom Theater Plauen-Zwickau kam ein Großteil der Kleider von der Landesbühne Sachsen-Anhalt der Lutherstadt Eisleben, organisiert von unserem Referendar Daniel Schlosser.
Musik: Das Stück begann gleich mit einem „Paukenschlag“. Band, Chor und Tänzer inszenierten regelrecht die Komposition „Eso rigor e repente“ des portugiesischen Komponisten Gaspar Fernandes. Wem die Kostüme noch nicht genug waren, der landete spätestens bei dieser Darbietung im 16. Jahrhundert.
Die Band, bewährte langjährige Mitglieder und neue, insgesamt zwölf, spielte sich souverän kreuz und quer durch die Musikgeschichte. Filmmusik „Der weiße Hai“ stand neben Steve Wonders „Isn’t she lovely?“, „All four seasons“ von Sting, Edvard Griegs „In der Halle des Bergkönigs“ und dem schwedischen Hochzeitslied „Jag Tänker“. Der größte Coup aber war die Titelmusik von „Wetten dass“ als Abspann. Live-Arrangements und Leitung: unser ehemaliger Schüler Kai Schweiger, Hochschule für Musik und Theater (HMT) Leipzig
Der Chor war die ganze Zeit mit auf der Bühne und Teil der Handlung als „Garten“, „Volk“ oder „Straße“, echote die Schauspieler bzw. kommentierte das Geschehen mit Gesten, Lauten, Murren oder Stöhnen. Und sang natürlich auch. Die größte Herausforderung für die Sänger, die sie meisterten: das schon erwähnte Eso Rigor, das sie Nerven und mehrere Tage harte Probenarbeit kosteten. Leitung und Arrangements: Christoph Scholtz, HMT Leipzig
Tänzer: neben zeitgenössischen Einlagen passend zum Stück bekamen auch die Tänzer ihr „Solo“: vom „Schwarzlicht“ in gleißendes Blau gehüllt rappten sie „Black Swan“. Choreografie: Laura Fischer und Frau Schmidt.
Ehemalige: Dass es den Schülern Spaß macht auf der Theaterbühne zu stehen, beweisen jedes Jahr ehemalige Schüler, die gerne wieder mitspielen. Von den über 60 Mitwirkenden waren es in diesem Jahr acht, von denen sich die beiden Bandmitglieder Iris Schaller und Erik Brehmer sogar extra eine Woche Urlaub genommen hatten, um an der Probenwoche in den Winterferien teilnehmen zu können!
Schauspieler: Was sie in der Komödie leisteten, kam professionellem Theater sehr, sehr nahe! Allein wie Mimik und Gestik eingesetzt wurden, um ausdrucksstark zu agieren, verdient allerhöchstes Lob! Die Schüler „lebten“ die Handlung, schienen mit ihr verwachsen, und das in einem Stück, dessen Textbuch sich eng an den Jahrhunderte alten Originaltext anlehnt und nichts mit der heutigen Jugendsprache zu tun hat.
Organisation: Das alles unter einen Hut zu bekommen und nicht den Überblick zu verlieren ist Frau Schweiger zu verdanken, Deutschlehrerin am Gymnasium, die mit dem Theatertechniker Stefan Opalinski die Gesamtleitung des Projektes hatte. Für ihn gestaltete sich in diesem Jahr aufgrund der personellen Situation am Theater die Aufgabe besonders zeitaufwendig.
Man kann es eigentlich nicht mit Worten beschreiben, wenn ja, dann einfach nur SUPER! Man muss es gesehen haben und die es gesehen haben, können von sich behaupten: Ich war dabei! (LHG)

Manuskript: Melissa Pieschel, Jonathan Schmidt, Toni Schulze
Regie: Uta Dietl, Carmen Raabs
Die Figuren und ihre Darsteller:
Baptina Christina Fiedler/Nicola Rehwald
Katharina Melissa Pieschel/Carmen Raabs
Bianca Vicky Lampert/Anna Leupol
Vincentio Julia Kreische/Kristóf Tamás Tomasz
Lucentio, Vincentios Sohn Nico Holfeld
Petruchio, Toni Schulze/Jonathan Schmidt
Gremio Klemens Gotter
Hortensio Christopher Wilde
Reisender aus Mantua Daniel Roeseler
Tranio Lisa Franke
Biondello Ina Birnstock
Grumio Sarah Graupner
Kurt Martin Gerischer
Eine Witwe Alexandra Prager
Eine Schneiderin Annemarie Bär
Eine Hutmacherin Anna Leupold/Vicky Lampert
Es sangen:
Alexandra Prager Anne Cramer* Belinda Marquardt
Carmen Raabs Deborah Adler* Hannah Theuring*
Jennifer Heuschneider* Laura Gömbi Lisa Sander
Lisa Vizal Lysia Leupold* Maike Wilde
Melissa Pieschel Miriam Haugner Sophie Arlt
Vicky Lampert Yen Phuong Ha Thi Alexander Fritsche*
Eric Präßler Henning Ferber* Jonathan Schmidt
Klemens Gotter Lukas Raphael Martin Gerischer
Stefan Gutsche* *(Sologesang)
Leitung, Arrangements und Stimmbildung: Herr Christoph Scholtz
Es spielen:
- Tobias Hula (Schlagzeug/Ukulele) Iris Schaller (Klavier/Bass/Trommel)
- Erik Brehmer (Gitarre) Philip Koehler (Bass/Cajon)
- Antje Schuschies (Geige) Tina Liebernickel (Bratsche)
- Matthias Schenkel (Gitarre, Triangel) Jonas Fritsche (Bariton)
- Lisa Sporbert/Tina Drechsler (Keyboard) Hannah Theuring (Flöte)
- Amina Suarez/Max Reichenbach (Saxophon)
Live-Arrangements und musikalische Leitung: Herr Kai Schweiger
Es tanzten:
Laura Fischer Laura Schlaeger Laura Dicke
Rosa Dicke Denise Haustein Julia Schumann
Jessica Trätner Anna Maria Meidl Sophie Raphael
Sarah Raphael Madeleine Schlagowsky Svetlana Kast
Choreografie: Laura Fischer/Frau Ute Schmidt
Leitung: Frau Ute Schmidt
Bühnenbild, Licht und Ton: Herr Stefan Opalinski
Maske: Friseursalon Katja Held
Plakat und Programmheft: Herr Lutz Hanzig
Kartengestaltung: Herr Mario Gafron
Bühnenassistenten und Einlass: Jennifer Wich, Denise Kohl, Nadine Simon, Mandy Müller, Luisa Becker
Gesamtleitung des Projektes: Frau Petra Schweiger und Herr Stefan Opalinski
Für die Unterstützung bedanken wir uns ganz herzlich
- beim Förderverein des Julius-Motteler-Gymnasiums,
- insbesondere bei der stellvertretenden Vorsitzenden Frau Ilse Sommer,
- bei der Stadtverwaltung Crimmitschau und den Mitarbeitern des Theaters,
- bei Herrn Christoph Scholtz und Herrn Kai Schweiger, Hochschule für Musik und Theater
- „Felix Mendelssohn Bartholdy“ Leipzig,
- bei den Mitarbeitern des Piusheims der katholischen St. Franziskus Gemeinde Crimmitschau,
- bei Frau Birgit Henck, SBA Zwickau, und Herrn Mario Gafron, GTA Koordinator,
- bei Frau Karolin Tittel und den Mitgliedern des Ganztagesangebotes „Kreatives Gestalten“,
- bei Frau Sabine Semmler, Frau Andrea Koehler-Thees und Herrn Daniel Schlosser,
- bei Herrn Andreas Bacher und der Young People Big Band Crimmitschau,
- beim Kostümverleih des Theaters Plauen-Zwickau und der Landesbühne Sachsen-Anhalt der Lutherstadt Eisleben
- sowie bei der Bar Murphey’s Crimmitschau
Unser besonderer Dank gilt
Herrn Stefan Opalinski vom Theater Crimmitschau für seinen entscheidenden Beitrag
zum Gelingen des Projektes und Herrn Robert Nitzel für seine Unterstützung, sowie unseren Sponsoren, ohne deren Beitrag die Finanzierung des Projektes nicht möglich wäre:
- Friseursalon Katja Held, Crimmitschau
- Klavierbaumeister Klaus Bayer, Crimmitschau
- Herr Marc Schneider, Dortmund
- Deutsche Bank Investment & FinanzCenter Crimmitschau
- Sparkasse Zwickau
- Volksbank Chemnitz
- VSW Verbundwerke Südwestsachsen
- Erdis Blumenlädchen, Neukirchen
- Bäckerei Matthias Rackwitz, Crimmitschau



Theater










