Roulette im (N)Irgendwo
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Mit einer „After-Show-Party“ feierten die Akteure des diesjährigen Theaterspektakels des Gymnasiums nach der dritten Vorstellung ihren großen Erfolg. Vor zahlreichen begeisterten Zuschauern hatten die Schüler „Roulette im (N)Irgendwo“, eine eigene Bearbeitung des Dürrenmatt-Stückes „Der Besuch der alten Dame“, präsentiert. Dabei wurde wie in den vergangenen Jahren ein Großteil der Arbeit von den Schülern selbst übernommen – und das neben der eigentlichen Unterrichtsarbeit. Besonders den Schülern der Jahrgangsstufe 12 nötigt das erheblichen Respekt ab, bereiteten sie sich ja parallel zu den Aufführungen auf ihr Abitur vor. Mit tatkräftiger Unterstützung ehemaliger Schüler (Uta Dietl, Abitur 2009, schrieb das Textbuch und führte Regie, Elias Zill, Abitur 1998, und Kai Schweiger, Abitur 2003, hatten die musikalische Leitung) gelang es den Darstellern, die hochbrisante Thematik des Stückes überzeugend zu vermitteln. Claire, vor Jahren mittellos aus ihrer Heimatstadt vertrieben, kehrt als Milliardärin zurück, um sich an denen zu rächen, die sie einst in schwieriger Lage im Stich ließen, allen voran Ill, ihrem damaligen Geliebten. Der hatte sie mit seinem Kind sitzenlassen und mit Lügen auch noch die Vaterschaft abgestritten. Sophie Arlt (Zweitbesetzung Melissa Pieschel) und Martin Gerischer (Zweitbesetzung Lisa Wenzel), die Hauptpersonen, ragen mit ihren Figuren aus der Gilde der durchweg gut und sicher agierenden Schauspieler noch heraus und treiben die Handlung voran. Sophie spielt mit Lässigkeit die skrupellose Brutalität der vom Opfer zum Rächer gewandelten Claire, während Martin den Wandel vom Täter und Politaufsteiger zum von allen fallen gelassenen, gebrochenen Opfer glaubhaft darzustellen versteht. Und auch die Bewohner der Kleinstadt passen sich sehr schnell der neuen Situation an: Noch während alle nach außen das „unmoralische Angebot“ der alten Dame, ihren treulosen Liebhaber gegen eine Milliarde umzubringen, empört ablehnen, geben sie das versprochene Geld schon mit vollen Händen aus.
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