Ein Projekt des Gymnasiums mit dem Textilmuseum in Crimmitschau

Feierliche Eröffnung
Ein Museumsgarten, aber keine duftenden Rosen, keine prächtigen Hortensien, einige Pflanzen sind schon verblüht. Wozu also ein Garten  in einem Textilmuseum?
Lange vor uns begannen die Menschen ihren Körper mit Stoffen zu bedecken. Dazu brauchten sie Garne. In südlichen Gefilden hatte man herausgefunden, dass sich aus Baumwolle Fasern gewinnen lassen. In Europa waren eher Flachs bzw. Leinen oder Brennnessel an der Tagesordnung. Ja, richtig: Brennnessel. Wie wäre es mit einem T-Shirt aus Brennnessel?
Im Internet findet man viele Beiträge und Filmchen dazu. Eine junge Mode-Designerin, zum Beispiel hat sich quasi in die Brennnessel verliebt und präsentierte im Rahmen ihrer Masterarbeit eine tragbare Kollektion aus Brennnesselkleidung.


Aus Färberwaid, mit dem schönen botanischen Namen „Isatis tinctoria“, können Blau-Violette-Farben gewonnen werden. Er ist seit Jahrhunderten  in Europa heimisch, ursprünglich kommt er aus der Türkei, Algerien und Marokko.
Im Museumsgarten  sollen Pflanzen gezeigt werden, die in der Textilindustrie eine Rolle spielen. Das war die Herausforderung für die Schülerinnen und Schüler der Klassenstufe 8 im Profilfach Kultur- und Gesellschaft.
Egal ob Faser- oder Farbstoffgrundlage. Unsere Pflanzensammlung, über die man sich auch in einem Gartenbüchlein informieren kann, soll dazu beitragen, das Wissen vergangener Generationen zu bewahren. Gleichzeitig möchten wir  Interessierte  dazu einladen, dieses Wissen zu erforschen und mit modernen Technologien zu verbinden um es in innovativen Anwendungen nutzen zu können. Übrigens: „Innovative Textilien“ so nennen sich auch Studiengänge, die an Hochschulen und Unis auch in Deutschland belegt werden können.

Die Schülerinnen und Schüler  haben für die verschiedenen Pflanzen wichtige Informationen zusammengetragen. Einen Steckbrief für ein Buch vorzubereiten, ist dann nochmal  eine andere Herausforderung. Welche Bilder darf man nehmen? Wie am besten formulieren? Was ist bei Schrift und Farbe zu beachten? Die Kübel und Steckschildchen sollten gut aussehen aber auch preiswert sein. Was kosten die Pflanzen oder Samen, ist überhaupt alles erhältlich? Eine Menge Fragen… Trotz der durch Corona bedingten Schwierigkeiten gelang es das Projekt fertigzustellen.
Am 12.07. konnte der Museumsgarten an die Mitarbeiter  des Museums übergeben werden.  10 der an der Erarbeitung beteiligten Schülerinnen und Schüler kamen dazu ins Museum.
Ohne Unterstützung ging es jedoch nicht:
Wir bedanken uns

  • bei den Brüdern Theuring für den Nachbau und die Gestaltung des Weberschiffchens, dafür auch bei der Firma UTZ
  • bei Herrn Schulze für die Besorgung und Umhegung der Pflanzen
  • bei Herrn Wittig für den Bau der Buchauflage
  • bei Frau Lehnert für die Überarbeitung und Fertigstellung unseres Gartenbuches
  • bei Herrn Gamper für die Bereitstellung von Erde
  • bei den Mitarbeitern des Museums für die Pflege der Pflanzen
  • bei dem Förderverein des Textilmuseums für die finanzielle Unterstützung

    C. König
    (Projektleiterin)
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