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Aus dem JMG

Mein Praktikum bei XNApharma

Zwischen Pipetten und Hightech-Forschung

Wie sieht eigentlich der Alltag in einem Biotechnologie-Unternehmen aus?

Um das herauszufinden, habe ich mein Schülerpraktikum bei XNApharma in Gera absolviert. Das Unternehmen ist spezialisiert auf die Entwicklung innovativer Wirkstoffe auf Basis von Oligonukleotiden, die vor allem in der Krebstherapie neue Wege eröffnen sollen. Für mich war es die Chance, die Theorie aus dem Biologieunterricht gegen echte Laborpraxis einzutauschen.

Einblicke in eine neue Welt

Mein Arbeitstag begann meist um 9:00 Uhr und war von Anfang an vollgepackt mit spannenden Aufgaben. XNApharma ist ein kleines, hochspezialisiertes Team von acht Mitarbeitern, darunter biologisch-technische Assistenten und Wissenschaftler. Ich wurde sofort freundlich aufgenommen und durfte nicht nur zuschauen, sondern aktiv mitarbeiten. Besonders beeindruckt hat mich die Arbeit mit Hep-G2-Krebszellen. Diese wurden mit EGFP (einem grün fluoreszierenden Protein) markiert. Unter dem Mikroskop zu sehen, wie diese Zellen leuchten, war ein echtes Highlight. Aber auch die Grundlagen mussten gelernt sein: Das präzise Pipettieren war am Anfang eine Herausforderung, doch mit etwas Übung wurde es zur Routine.

Forschung zum Anfassen: Von der Zelle zur DNA

Während meiner Zeit im Labor konnte ich verschiedene moderne Verfahren kennenlernen:

  • Mikroskopie & Zellzählung: Ich habe gelernt, wie man Zellen in einer speziellen Zählkammer bestimmt, um die Konzentration einer Probe zu berechnen.
  • Molekularbiologie: Ich durfte bei der Extraktion von RNA assistieren und eine Gelelektrophorese durchführen. Dabei werden DNA- oder RNA-Fragmente nach ihrer Größe aufgetrennt – ein Verfahren, das ich bisher nur aus dem Lehrbuch kannte.
  • Experimente: Ein Blatt in 100 % Ethanol oder in Natronlauge einzulegen, zeigte mir eindrucksvoll, wie chemische Substanzen biologisches Gewebe verändern.

Was ich gelernt habe:

Ein Praktikum in der Forschung bedeutet nicht nur, dass alles perfekt läuft. Eine meiner wichtigsten Erkenntnisse war, dass es völlig normal ist, wenn Experimente einmal „außer Kontrolle“ geraten. In der Wissenschaft gehören Fehlversuche dazu – sie sind oft der Schlüssel zu neuen Erkenntnissen. Wichtig ist dabei vor allem das sterile Arbeiten und die Liebe zum Detail.

Mein Fazit:

Die Zeit bei XNApharma war unglaublich lehrreich. Die offene Arbeitsatmosphäre und das gemeinsame Mittagessen mit dem Team haben dafür gesorgt, dass ich mich sehr wohl gefühlt habe. Wer sich für Genetik, siRNA oder Pharmazie interessiert, dem kann ich ein Praktikum hier nur empfehlen.

Mein Tipp für zukünftige Praktikanten:

Bereitet euch gut vor! Es hilft enorm, wenn man die Grundlagen von Transkription und Translation (wie DNA zu mRNA wird) schon im Kopf hat. Und vergesst euren Laptop für die Recherche-Aufgaben nicht!

Steckbrief: XNApharma

Standort: Ronneburger Straße 74, 07546 Gera

Schwerpunkt: Entwicklung neuer siRNA-Therapien und Arzneimittelforschung

Berufe vor Ort: BTA, CTA, Wissenschaftliche Mitarbeiter (Bio/Chemie)

Web: https://xnapharma.com

Anna Nhi Le, 9a

MINT am JMG

  • MINTec

    Das Julius-Motteler-Gymnasium ist seit dem 14.11.2015 Mitglied in diesem Netzwerk und wurde durche engagierte Arbeit des Kollegiums mit verschiedenen Aktionen erfolgreich verteidigt.

  • MINT-Termine

    Die verschiedenen MINT-Events unserer Schüler im Land und bundesweit sind hier vermerkt.

  • MINT-Exkursionen

    Zahlreiche Exkursionen bringen unseren MINT-interessierten Schülerinnen und Schülern viel Praxis-Erfahrung in Vorbereitung auf ein naturwissenschaftliches Studium.

  • MINT-Freizeitangebote

    Vielseitige Freizeitangebote im MINT-Bereich sind fester Bestandteil unserer Bildungsarbeit über den Unterricht hinaus. Das jährliche Physik-Spezialistenlager, die aktive Mitarbeit in der Sternwarte, LEGO-Robotik (Klst. 5-10), das kreative Gestalten, Entwickeln und Experimentieren im eigenen Makerspace sind beliebte Orte für künftige Ingenieurinnen und Ingenieure.

  • JSC

    Im JuniorSience-Café versammeln sich viele interessierte MINT-SchülerInnen zu Fachvorträgen von Dozenten von Hochschulen und Universitäten der Region. Die Organisation und Durchführung erfolgt in Eigenregie der Schülerschaft.

  • MINTfreundliche Schule

    Unsere Schule hat 2020 diese Ehrung zum 3. Mal erhalten.